…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 13. November 2017

 

Die internationale Aufmerksamkeit… – …die Praesident Rodrigo Roa Duterte durch den ASEAN-Gipfel erhaelt, hat ihre Schattenseiten. Im Westen erinnert man sich ploetzlich – Duterte, Duterte, da war doch was! Und so kramt man in der Erinnerung herum, und Kylie Atwood bringt in “CBS” unter dem Titel “Inside Rodrigo Duterte’s war on drugs”, und Jasmin Siebert und Berit Uhlmann bringen “Dutertes fatale Bilanz” in der “Suedeutschen Zeitung” und im “Tages-Anzeiger”.

Nun gibt es in Dutertes Kampf gegen Drogen derzeit aber gar nichts Neues. Warum dann diese Artikel gerade jetzt?

Es koennte sein, dass Praesident Duterte bei dem ASEAN-Gipfel als Gastgeber und Brueckenbauer eine gute Figur macht. Er kann ja mit Xi Jinping und mit Donald Trump, und von denen will keiner die Menschenrechte auf’s Tapet bringen. Da muessen eben alternative Nachrichten her, um dem schlechten Ruf Dutertes im Westen gerecht zu werden.


Es ist ja auch frustrierend, wenn US-Praesident Donald Trump, obwohl es doch die Forderung von Abgeordneten daheim war, die Menschenrechte Duterte nicht um die Ohren gehauen hat. Zwar war in “CNN”, wenn ich recht erinnere, zu hoeren, dass das Weisze Haus nach dem Gespraech von Trump und Duterte bekannt gab, dass die beiden das Thema Menschenrechte kurz gestreift haetten, aber das stimmt nicht. Der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, antwortete im live uebertragenen Presse-Treffen auf die Frage, ob die beiden ueber Menschenrechte gesprochen haetten, mit einem deutlich vernehmbaren: “No!” Ich hab’s gesehen und gehoert, und Roque fuegte hinzu, dass Duterte dem US-Praesidenten sein Vorgehen im Kampf gegen Drogen geschildert, und dass Trump dazu nichts gesagt, sondern verstaendnisvoll mit dem Kopf genickt habe.

Der Leitartikel der “Manila Times” heute meint zu der Nicht-Beachtung solcher Forderungen von Menschenrechts-Gruppen: “Die passende Antwort ist ihnen den Sauerstoff der oeffentlichen Aufmerksamkeit zu entziehen. Ohne eine ausgesprochene Antwort auf ihre Forderung laufen diese Gruppen ins Leere und haben kein Futter, dass sie in ihrer naechsten Presse-Erklaerung nutzen koennen. Ohne oeffentliche Wahrnehmung koennen sie keine Spenden fuer ihre Aktionen auftreiben. Und mit der Zeit werden sie merken, dass ihnen nichts uebrig bleibt als die Klappe zu halten.

Durch Abwesenheit glaenzte… – …bei ASEAN die Vize-Praesidentin Leni Robredo. Nicht einmal zur Begrueszung der Gaeste am Flughafen war sie zu sehen, was Praesidenten sonst gern dem Vize ueberlassen, weil die da nichts kaputt machen koennen. Stattdessen sah ich die Ex-Praesidentin, jetzt Abgeordnete Gloria Macapagal-Arroyo einmal, und fuer den offenbar unwichtigsten Gast, UNO-General-Sekretaer Antonio Guterres, kam nur der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, zum Flughafen und schuettelte dem ohne militaerisches Brimborium die Hand.

Wenn etwas nicht so ist, wie es sonst ist, wird Jojo Robles aufmerksam, und er ging dem nach, wie er in seiner Kolumne im “Manila Standard” schreibt. Bei einem Briefing mit Verteidigungs-Minister Delfin Lorenzana versuchte Robredo, den Minister in Abwesenheit des Praesidenten, der in Vietnam war, zu einer revolutionaeren Regierung und der Haltung des Militaers zu loechern. Lorenzana hielt den Ball flach und meinte, das sei illegal und das Militaer taete nichts Illegales. Die liberale Propaganda erhob dies gleich zu der These, das Militaer wuerde Dutertes Plaene einer revolutionaeren Regierung nicht unterstuetzen.

Als Duterte von diesen Verdrehungen in Vietnam hoerte, machte er dazu sein Witzchen ueber Robredo, das ich letzten Samstag zitierte, das ich aber des Zusammenhangs halber nochmal einfuege: “Sie hat Recht. Ich hab das Militaer gefragt. Die haben gesagt: ’Wir werden eine revolutionaere Regierung nicht unterstuetzen’ Ich fragte: ‘Warum?’ Sie sagten: ‘Weil Vize-Praesidentin Robredo uns gesagt hat, das nicht zu unterstuetzen.’ ‘Oh, warum?’ Sie sagten: ‘Wir koennen sie besser leiden. Sie ist eine Frau und flucht nicht.’ Ich: ‘In Ordnung, wir machen keine revolutionaere Regierung mehr.’ Sie hat Recht.

Der Erfolg dieser Unternehmung von Leni Robredo war, dass sie nicht nur waehrend des ganzen ASEAN-Spiels auf der Ersatzbank sasz, sondern dass sie da auch schlecht hinkam: sie bekam nicht mal einen Sticker fuer ihr Auto, der sie zur Nutzung der fuer ASEAN-Gaeste abgesperrten Extra-Spuren auf Manilas Avenues berechtigt haette, welche Sperrung auf den Rest-Spuren zum Verkehrs-Chaos gefuehrt haben. Und auch zum Gala-Dinner am Sonntag wurde sie nicht eingeladen.

Tja, so ist das nun mal, und so zitiert Robles: “Alles in allem ist Robredos einzige Aufgabe, um einen amerikanischen Vize-Praesidenten abzuwandeln, jeden Tag in Malacañang anzurufen und sich nach der Gesundheit Dutertes zu erkundigen.



Es gab auch Proteste… – …gegen Trump von den ueblichen “anti-imperialistischen Gruppen”, die keine politische Botschaft, sondern nur Zoff im Sinn haben. In dem Zusammenhang fiel mir als Auslaender auf, dass Innenminister Catalino Cuy warnte: “Wenn wir sehen, dass unsere auslaendischen Freunde den Gipfel stoeren oder sich irgendwie politisch engagieren, haben wir keine andere Wahl als sie zu deportieren.

Das Bureau of Immigration erinnert in dem Zusammenhang an eine Operation Order No. SBM-2015-025, und in der steht, dass auslaendische Touristen sich in keinerlei politischer Aktivitaet engagieren duerfen wie zum Beispiel Teilnahme, Unterstuetzung oder Beitrag zu Aufmaerschen, Versammlungen oder Treffen, seien sie nun fuer oder gegen die Regierung. Verstoszen sie dagegen, werden sie deportiert, und diese Verordnung tritt sofort in Kraft. Gezeichnet am 3. Juli 2015 von – und jetzt stutzte ich – Justiz-Ministerin Leila M. de Lima.

Nun hab ich noch nie protestiert, ich bin mehr der Beobachter, aber das interessiert mich dann doch.

Passt diese Verordnung von de Lima nicht auf jene Polit-Touristen, die wie Arne Lietz im Oktober mit internationalen Kollegen einen Ausflug nach Manila machen, und bei einer politischen Veranstaltung Schildchen hochhalten, auf denen “Stop the Killings!” und “Stop Silencing Dissent!” zu lesen ist, und die Freilassung der inhaftierten Senatorin fordern?

Haetten die nicht sofort deportiert werden muessen?

Gemaesz “CBSNews”, “SZ”, “CNN”, “CNNPhil”, “AlJazeera”, “PTV”, “ManilaTimes”, “ManilaStandard” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.