…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

VON HEIKO ECKARD

Montag, den 30. Oktober 2017 

 

Eigentlich wollte ich wieder nichts schreiben… – …denn es ist nichts passiert, und da diese Woche wegen “undas ~ Allerheiligen, Allerseelen” in den Philippinen eh die Buergersteige hochgeklappt und das Leben auf den Friedhof verlegt wird, hatte ich mich auf eine schreibfaule Woche eingestellt. Da aber selbst der Leitartikel der “Manila Times” meint, sich mit dem kuenftigen Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, jetzt schon beschaeftigen zu muessen, nehme ich das mal als Hinweis, dass es vielleicht doch von Wichtigkeit sein koennte.

Also, Roque toent eine Woche vor seinem Amtsantritt am 6. November, dass er nicht nur die Politik des Praesidenten verkaufen wird, wie es in der Stellenbeschreibung eines Praesidenten-Sprechers steht, sondern er will Praesident Rodrigo Roa Duterte in Sachen Menschenrechte auf Vordermann bringen und ihn zum Vorgehen bei dessen Lieblings-Projekt, “Kampf den Drogen!”, auch beraten.

Bloedsinn, meint der Abgeordnete Edcel Lagman, und er sieht Roque als “des Praesidenten offiziellen Apologeten”, und der werde doch nur “das nicht zu Rechtfertigende rechtfertigen und die nicht zu verteidigenden Verlautbarungen und die Politik Dutertes verteidigen.

Auch der Leitartikel der “Manila Times” sieht Roque als “turncoat ~ Ueberlaeufer” von der Sache der Menschenrechte – ja, wohin eigentlich – in’s Niemandsland?

Das ist vermintes Gelaende.

Am Sonntag wurde eine neue Widerstandsgruppe gebildet, die gegen die “faschistische Politik” Dutertes kaempfen will. Die poppen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Im August war es ein “Movement Against Tyranny”, im September kam ein “Tindig Pilipinas ~ Haltung der Philippinen” dazu, gegen das Davaos Buergermeisterin Sara Duterte-Carpio “Tapang at Malasakit ~ Mut und Anteilnahme” ins Feld fuehrte, und nun geht es gar gegen Dutertes “Faschismus”, und dahinter steht der ehemalige Kommunist Walden Bello, Professor fuer Soziologie an der Universitaet der Philippinen (nicht zu verwechseln mit Arbeitsminister Silvestre Bello). Der will einen “System-Wandel”, und der Wandel “zielt in eine sozialistische Richtung.

Das verwundert nun doch, denn eigentlich haelt der Praesident sich ja selbst fuer einen Sozialisten, und grad erst hat er angekuendigt, dass er gegen die “regierende Elite” angehen will, gegen “Manilas 400”, die keine Steuern zahlen, sondern erwarten, dass die Regierung vor ihnen niederkniet. Warum schlieszt die neue Bewegung, die “in eine sozialistische Richtung zielt”, sich nicht einfach dem Praesidenten an – so wie Roque?

Und dann die Menschenrechte.

Seit 2009 versucht die Vorsitzende des CHR (Commission on Human Rights), 2008-2010, Justiz-Ministerin, 2010-2015, und Senatorin, seit 2016, Leila de Lima ihrem Erzfeind, Rodrigo Roa Duterte, in Sachen Menschenrechte, “ein Mandat das sie leidenschaftlich verfolgt”, etwas am Zeug zu flicken, und sie hat 8 Jahre lang nichts gefunden, womit sie vor Gericht oder wohin auch immer gehen koennte. Was will Harry Roque dem Praesidenten da noch beibringen?

Also, ich sehe im Moment nichts, worueber laenger nachzudenken sich lohnen koennte.

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.