…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, 18. Oktober 2017 

Die historische Gunst der Stunde… – …nutzte Praesident Rodrigo Roa Duterte gestern und gab die Befreiung von Marawi City bekannt mit den vom Blatt abgelesenen Worten: “Meine Damen und Herren, hiermit erklaere ich Marawi City befreit vom terroristischen Einfluss, was den Beginn des Wiederaufbaus der Stadt bedeutet.” Und er vergasz nicht hinzuweisen auf die, die ihm am Herzen liegen: “Mein Problem sind nun die vielen Verwundeten. Einige sind verletzt und schwer verwundet. Ich garantiere es und sage euch: Keiner wird zurueckgelassen. Jeder hat seinen Platz.

Nun, da sind noch geschaetzte 30 Terroristen, die auf Rache aus sind, doch die nimmt niemand recht ernst. Verteidigungs-Minister Delfin Lorenzana: “Wir sind bereit fuer sie”, und Stabs-Chef General Eduard Año: “Das sind Nachzuegler. Sie haben keine Fuehrer mehr, sie sind auf sich gestellt.



Das ist die strategische Sicht des Militaers. Die menschliche Seite betont Betsy Tiglao in ihrer Kolumne im “Manila Bulletin”: “Dutertes hervorragende Eigenschaft als militaerischer Fuehrer ist sein groszes Mitgefuehl fuer die Truppe. Regelmaeszig besucht er die Militaerlager von Nord bis Sued im Land und zeigt reges Interesse fuer die Beduerfnisse der einfachen Soldaten – manchmal so schlicht wie ein Paar Stiefel oder ein gescheites Gewehr, und es gibt auch ein paar bewegende Worte ihres Befehlshabers. 

Der Praesident besucht auch die Leute im Hospital, wenn ihre Verletzungen behandelt werden, spricht und scherzt mit ihnen, und heftet ihnen Medaillen an, selbst wenn sie mit ihren uebel zugerichteten Leibern in Betten liegen.

Wichtiger noch, er zeigt sich bei der Totenwache der Leute, die in Ausuebung ihrer Pflicht gefallen sind. Sein Sinn fuer den Verlust ist fuehlbar, nachgerade persoenlich. Wir haben ihn ueber dem Leichnam eines Soldaten weinen sehen. Dies ist der menschlichste Befehlshaber, den wir in unseren Leben sehen werden.

In den Zusammenhang passt leider ein Bericht im “Manila Bulletin” unter dem Titel: “Letzter Anruf des Marawi Helden”. “Mission accomplished ~ Auftrag ausgefuehrt” war die Meldung der Gruppe, die Isnilon Hapilon und Omar Maute ausschalteten, und zu dieser Gruppe gehoerte auch Seargant Daniel Tegwa, der seit Mai in Marawi eingesetzt war. Er telefonierte mit seiner Frau, dass das sein letzter Einsatz sei, er nach Hause kaeme, und er freute sich, sie und ihre gemeinsame 4-jaehrige Tochter zu sehen. Jetzt habe er Hunger. “Geh Essen!” riet seine Frau. Spaeter am Tag sah sie Posts in den Social Media, wo seine Kameraden ihr kondolierten. Irgendwann kam der offizielle Anruf der Truppe: Tegwa war nach dem Essen auf dem Weg zur Unterkunft von einem Scharfschuetzen der Terroristen erschossen worden.

So raet denn auch Senator Panfilo Lacson, die restlichen Terroristen in einem “finalen Angriff” zu erledigen, bevor das Kriegsrecht aufgehoben wird, waehrend andere schon – in mahnenden Worten – beim Wiederaufbau sind.

Natuerlich ist das wichtig. 400 Tsd Vertriebene und eine Stadt in Truemmern. In seiner Kolumne im “Manila Standard” warnt Jojo Robles: “Die jetzige Regierung darf eine Wiederholung der Belagerung von Zamboanga City 2013 nicht gestatten, welche zur Zerstoerung eines groszen Teils der einst gescheftigen Regions-Kapitale fuehrte, die traurigerweise nicht rasch genug von der Regierung von Noynoy Aquino wieder aufgebaut wurde. Die Zamboanga Krise, obwohl sie weniger als einen Monat dauerte, hinterliesz bleibende Narben in der Bevoelkerung, die bis heute nicht vollstaendig ausgeheilt sind.” Aquino war nur interessiert, die MNLF (Moro National Liberation Front) zu schlagen und die Autoritaet Manilas zu sichern. “Nachdem der Aufstand von Militaer und Polizei niedergeschlagen war, schien die Regierung das Interesse zu verlieren an der zugegeben schwierigen Aufgabe, die Stadt wieder aufzubauen, was zu etwas fuehrte, das internationale Hilfsorganisationen eine ‘humanitaere Krise’ nannten, die kurz darauf folgte.

Das darf in Marawi nicht geschehen, denn dann verlieren die Philippinen Mindanao, wenn Manila mal wieder meint, dass es reicht, das “da unten” keiner mehr muckt, oder, wie ich gestern schrieb: “Nichts ist vorbei, wenn Marawi faellt.

Es faengt jetzt erst an.

Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.