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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

VON HEIKO ECKARD

Montag, den 16. Oktober 2017 

 

Falsche Toene – Jover” Laurio, die Anti-Duterte Bloggerin, wird nach eigener Aussage von Duterte-Anhaengern “belaestigt und bedroht”. Das sollte man nicht tun, und sie will ja auch vor Gericht gehen. Dazu aeuszert sich die inhaftierte Senatorin Leila de Lima, fordert zur Unterstuetzung Laurios auf und schreibt: “Indem wir Frau Laurios Rechte verteidigen den Namen ‘Pinoy Ako Blog’ zu nutzen und zu schreiben, was sie schreibt, halten wir dieselben Rechte hoch, die Jose Rizal, Marcelo H. Del Pilar, Graciano Lopez-Jaena und Antonio Luna geschuetzt haetten. Indem wir PAB [Pinoy Ako Blog] verteidigen, ehren und verteidigen wir unsere Helden.

Moment a’mal!

Die Helden der philippinischen Erhebung gegen spanische Kolialherren werden hier auf eine Stufe gestellt mit einer Dame, die in einem Land, in dem Pressefreiheit herrscht, demokratisch gewaehlte Senatoren anonym verleumdet. Und nun fuehlt sie sich nicht gut, weil man sie entlarvt hat und mit dem Finger auf sie zeigt. Natuerlich ist es Unrecht sie zu bedrohen, das geht nicht, aber sie mit Rizal und den Helden der philippinischen Geschichte gleichzusetzen, grenzt an Geschichts-Klitterung. Und es erinnert mich peinlich an den Gelb-Kult-Erzbischof Socrates Villegas, der im Maerz unter dem Titel “Edgar und Art und die Gnade Gottes” die Moerder Edgar Matobato und Arturo Lascañas zu Gnadenbildern hochstilisieren wollte.



Melencio “Mel” Santa Maria, Rechts-Professor und Dekan des Far Eastern University Institute of Law in Manila, kritisiert die kuerzliche Abweisung eines Antrages von Senatorin Leila de Lima durch das Oberste Gericht. Urteils-Schelte ist so ueblich wie das Nachkarten beim Skat, insbesondere wenn die Entscheidung, 9:6 gegen de Limas Antrag, eh nicht einstimmig war. Doch Sta. Maria sieht mehr dahinter: “Ich kann mir nicht helfen, die Art Oberstes Gericht, die wir nun haben, mit dem Obersten Gericht in den letzten Tagen der Marcos-Diktatur zu vergleichen.” Und er kommt kurz vor Schluss seiner Schelte zu dem Satz: “Und nun, wovon werden wir Zeuge: drei grosze Zweige der Regierung: die Exekutive, die Legislative, und die Judikative gegen eine Frau.

Moment a’mal!

Ich will nicht darauf herumreiten, dass der Rechts-Professor Sta. Maria Legislative (Gesetzgebung) und Judikative (Rechtsprechung) zur Regierung zaehlt, denn seit Montesquieu (Charles-Louis de Secondat, Baron de Montesquieu, 1748: Vom Geist der Gesetze) ist eigentlich klar, dass die beiden mit der Exekutive (Regierung) die Staatsgewalt drei-teilen, so die Basis des Rechtsstaates bilden und eben nicht eins sind. Was soll’s, so ein Lapsus kann einem im Eifer des Gefechts gegen den politischen Gegner schon mal unterlaufen.

Mir gefaellt viel weniger, wie hier betont wird, dass “die Regierung … gegen eine Frau” vorgeht.

Stehen Frauen ueber dem Gesetz, Herr Professor?

Hier wird die Diskussion verschoben um den Eindruck zu erwecken: “Frauenfeind Duterte macht tapfere kleine Senatorin nieder”. Darum geht es aber gar nicht. Sie ist wegen Verwicklung in den Drogenhandel angeklagt, und nicht, weil sie eine Frau ist. Und der Haftbefehl wurde nicht von Praesident Duterte (Exekutive) unterschrieben, sondern von der ordentlich bestallten Richterin Juanita Guerrero beim Distrikts-Gericht Muntinlupa (Judikative) – und diese Richterin (auch eine Frau) hat Recht gekriegt.

Es gibt noch mehr so falsche Toene aus dem Gelben Lager, und Rigoberto Tiglao schreibt in seiner Kolumne in “The Manila Times” heute, dass anonyme Herabsetzungen des politischen Gegeners beim Gelben Kult Tradition haben, nicht erst seit der verlorenen Wahl. Schon 2012 schrieb Tiglao, damals noch im “Inquirer”, ueber “Aquino camp faking letters to the editor”, mit denen die anonym gegen kritische Berichterstattung im Umfeld der von Praesident Benigno Aquino betriebenen Amtsenthebung des Obersten Richters Renato Corona vorgingen.

Das alles ist nicht neu, neu ist nur, dass man ihnen heute schneller auf die Schliche kommt. Es gibt nicht nur einen Julian Assange, fuer “Jover” Laurio reichte ein Rey Joseph Nieto, und ich schrieb schon neulich: “Ihr koennt euch nicht verstecken.” Und wenn de Lima nun versucht, sich als Opfer klein zu machen, dann widerspricht das nicht nur ihren arroganten Auftritten im Senat – mir ist eine Szene bei einer im TV uebertragenen Debatte in Erinnerung, wie sie mit herrisch ungeduldiger Geste ein Papier von ihrer Mitarbeiterin verlangte, das die ihr nicht rasch genug aus einem Wust von Unterlagen herausfinden konnte – sondern sie sollte sich mal ein paar naturkundliche Sendungen im Fernsehen anschauen: wer sich wie ein Opfer verhaelt, wird als Beute betrachtet und gebissen. Sich grosz machen hat sich besser durchgesetzt.

Gemaez “Inquirer”, “InterAksyon”, “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht. 

 

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