Mit der nachfolgenden modernen philippinischen Weihnachtsgeschichte möchte ich allen Lesern eine FROHE WEIHNACHTEN wünschen.

Es ist eine kühlere Nacht als normal in Dagatan, in der Stadt Lipa. Helle Weihnachtslaternen hängen an den Lampenmasten entlang den schmalen Strassen in diesem Dorf einige Kilometer südlich von Manila. An Buden werden Reiskuchen und Gewürztee verkauft und sie haben länger geöffnet als sonst.

“Was sollen wir jetzt nur machen?”, schreit Jojo aus Leibeskraft als er wieder aus der Krankenhauseinfahrt herausfährt. “Da ist kein einziges Krankenhaus welches uns ohne Geld vorzuweisen aufnimmt”.

Mareng ruft von hinten aus dem Tricycle ihres Ehemannes: “Bring mich zu Dr. Cabunag!”. She windet sich in Schmerzen als das Baby versucht auf die Welt zu kommen.

“Willst Du mich veräppeln?”, antwortet dieser.

“Ich bin nicht zu Spass aufgelegt!”, ruft sie laut zurück im Versuch den Lärm des Motors zu übertönen. “Gib Gas!”

Nach einigen Kilometern Fahrt kommen sie dort an. Er klingelt an der Tür.

“Jojo?”. Das Hausmädchen macht das Licht an um besser sehen zu können.

“Ist Dr. Cabunag daheim”, fragt er.

“Ja, sie sitzen am Tisch und haben ‘noche buena’”, antwortet sie. “Was ist das Problem?”

“Marengs Fruchtblase ist vor wenigen Minuten geplatzt”, sagt er. “Wir haben versucht in eines der Krankenhäuser zu kommen aber niemand will uns aufnehmen.”

“Und Du meinst Dr. Cabunag kann Euch helfen”, sagt sie. “Bist Du noch ganz bei Sinnen?”

“Susmaryosep, Joseph Macasaet!” (beliebter Ausspruch wenn etwas nicht klappt oder schnell genug geht), ruft Mareng ihrem Ehemann zu und müht sich ab aus dem Tricycle herauszukommen.

Jojo läuft zu ihr hin als sie hinters Haus schwankt. Es entsteht Aufregung als das Hausmädchen Dr. Cabuag hinzuruft.

“Schnell, breitet die Matte auf dem Boden aus”, sagt Dr. Cabunag zu dem Hausmädchen.

“Jojo, leg sie vorsichtig hier auf die Matte, dann geh ins Haus und mach heisses Wasser”.

Auf seinem Weg zum Haus hört er einen ohrenbetäubenden spitzen Schrei, gefolgt von einem Gewieher. Als er sich umdreht, sieht er eines der Pferde den Kopf aus dem Stall stecken.

Nachdem er zurück ist, hält er inne und lacht, als er den Schauplatz vor ihm sieht, an diesem schicksalshaften Heiligen Abend. Er erkennt, dass er auf der Pferdefarm ist, dort wo seine Frau arbeitet, wenn sie nicht gerade ein Kind bekommt.

Dr. Cabunag, der Tierarzt, reicht den erstgeborenen Sohn herüber zu Mareng, immer noch voll mit Schleim und eingewickelt in weissen Stoff. Sie liegt auf der Matte im Heuschober. Das Hausmädchen, die Frau des Doktors und drei ihrer Söhne knien davor, immer noch in Ehrfurcht vor dem was gerade passiert ist und sie gesehen haben.

(frei übersetzt von der Kurzgeschichte aus “Fine Looking Island People”